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Berufsunfähigkeit – die unterschätzte Gefahr für Gutverdiener

  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Es gibt Risiken, über die man nicht gerne nachdenkt. Nicht weil sie unwahrscheinlich sind – sondern weil sie sich falsch anfühlen. Als würde man sie durch das Nachdenken irgendwie herbeirufen.

Berufsunfähigkeit ist eine dieser Risiken.

Dabei ist es statistisch gesehen eines der größten finanziellen Risiken, das einem Menschen im Berufsleben passieren kann. Und ausgerechnet diejenigen, die am meisten zu verlieren haben, sind oft am schlechtesten abgesichert.


Was Berufsunfähigkeit wirklich bedeutet

Berufsunfähig ist nicht nur, wer nach einem schweren Unfall dauerhaft im Rollstuhl sitzt. Das ist das Bild, das viele im Kopf haben – und genau deshalb unterschätzen sie das Risiko.

Die Realität sieht anders aus. Laut Statistiken der deutschen Versicherungswirtschaft sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit:

  • Psychische Erkrankungen (Depression, Burnout, Angststörungen) – rund 30 Prozent aller Fälle

  • Erkrankungen des Bewegungsapparats (Rücken, Gelenke) – rund 20 Prozent

  • Krebs und andere schwere Krankheiten – rund 17 Prozent

  • Herzerkrankungen – rund 10 Prozent

  • Unfälle – nur rund 9 Prozent

Das bedeutet: Neun von zehn Fällen haben nichts mit einem dramatischen Unfall zu tun. Es ist ein Burnout nach Jahren unter Hochdruck. Ein Bandscheibenvorfall, der sich nicht erholt. Eine Krebsdiagnose, die alles auf den Kopf stellt.

Kann jeden treffen. Trifft jeden fünften Arbeitnehmer irgendwann im Laufe seines Berufslebens.


Warum Gutverdiener besonders gefährdet sind – und besonders wenig abgesichert

Hier liegt das eigentliche Paradox.

Wer viel verdient, hat viel zu verlieren. Das klingt banal – aber es hat eine konkrete finanzielle Dimension. Jemand mit einem Nettoeinkommen von 4.000 Euro im Monat verliert bei Berufsunfähigkeit nicht nur seinen Lebensstandard. Er verliert auch:

  • Die Fähigkeit, laufende Kredite zu bedienen

  • Den Aufbau seiner Altersvorsorge

  • Investitionen, die er gerade plant oder bereits laufen

  • Im schlimmsten Fall seine Selbstständigkeit oder sein Unternehmen

Und was zahlt der Staat? Wer nach 2001 ins Berufsleben eingestiegen ist, hat keinen Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente der gesetzlichen Rentenversicherung mehr. Es gibt eine sogenannte Erwerbsminderungsrente – aber die greift nur, wenn jemand weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kann. Irgendeiner. Das bedeutet: Ein Chirurg, der nicht mehr operieren kann, könnte theoretisch als Pförtner arbeiten – und bekommt staatlich kaum Unterstützung.

Für Selbstständige und Freiberufler ist die Lage noch dramatischer: Sie zahlen oft gar nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Im Ernstfall stehen sie ohne jede staatliche Absicherung da.


Das gefährlichste Missverständnis: "Ich bin doch gesund"

Viele Menschen denken, Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen vor allem ältere Menschen oder solche mit körperlich anstrengenden Berufen. Dachdecker. Krankenpfleger. Bauarbeiter.

Aber genau das ist falsch.

Erstens, weil die häufigsten Ursachen – Burnout, Depressionen, Rückenprobleme – Menschen in Bürojobs genauso treffen wie körperlich Arbeitende. Manchmal sogar häufiger, weil der Druck höher und die Erholungsphasen kürzer sind.

Zweitens, weil Versicherungen umso teurer werden, je älter man ist – und je mehr Vorerkrankungen man hat. Wer mit 30 gesund ist und eine gute BU abschließt, zahlt deutlich weniger als jemand mit 45, der vielleicht schon eine Bandscheibenvorfall-Episode oder eine behandelte depressive Phase in der Krankenakte hat.

Der richtige Zeitpunkt für eine BU-Versicherung ist nicht dann, wenn man sie braucht. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt.


Was eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung leisten muss

Nicht jede BU-Versicherung ist gleich. Es gibt erhebliche Unterschiede – und im Ernstfall entscheiden genau diese Unterschiede darüber, ob du im Leistungsfall wirklich Geld bekommst oder nicht.

Auf diese Punkte kommt es an:

Die Höhe der versicherten Rente. Als Faustregel gilt: mindestens 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens absichern. Wer weniger wählt, spart am falschen Ende.

Die Definition von Berufsunfähigkeit. Gute Verträge leisten, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst – ohne dich auf eine andere Tätigkeit verweisen zu können. Schlechte Verträge haben hier Hintertüren, die Versicherer im Ernstfall nutzen.

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Das ist eine der wichtigsten Klauseln überhaupt. Ohne diesen Verzicht kann die Versicherung sagen: "Du kannst zwar nicht mehr als Arzt arbeiten, aber als Gutachter schon" – und verweigert die Zahlung.

Die Nachversicherungsgarantie. Das Leben verändert sich: Gehaltserhöhung, Heirat, Kinder, Unternehmensaufbau. Eine gute BU lässt sich ohne neue Gesundheitsprüfung anpassen.


Was du jetzt tun kannst

Der erste Schritt ist keine große Entscheidung. Es ist ein Gespräch.

Wer noch keine BU hat, sollte prüfen lassen, welche Absicherung zu seiner Situation passt – und wie hoch die monatliche Rente sein sollte. Wer schon eine hat, sollte prüfen lassen, ob sie noch zeitgemäß ist. Alte Verträge haben oft veraltete Klauseln oder zu niedrige Rentenhöhen.

Das klingt nach Aufwand. Ist es aber nicht. Ein strukturiertes Gespräch reicht, um Klarheit zu bekommen.


Fazit: Absicherung ist kein Luxus – sie ist

Grundlage

Alles, was du aufbaust – dein Einkommen, dein Vermögen, deine Altersvorsorge – steht auf einem Fundament. Dieses Fundament ist deine Arbeitskraft.

Wer sein Fundament nicht absichert, baut auf Sand.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Frage von Pessimismus. Sie ist eine Frage von Verantwortung – dir selbst und denen gegenüber, die von dir abhängen.

Als freier Finanzmakler helfe ich meinen Kunden, die Absicherungslücken zu finden, die sie selbst nicht sehen – und sie zu schließen, bevor es zu spät ist. Wenn du wissen möchtest, ob deine Arbeitskraft wirklich ausreichend geschützt ist, lass uns sprechen. Unverbindlich, klar und ohne Fachchinesisch.

Kategorien: Absicherung, Berufsunfähigkeit, Arbeitskraftabsicherung, Versicherung, GutverdienerLesezeit: 6 Minuten

 
 
 

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